Vor über 1000 Jahren...
“Alle Christgläubigen, sowohl jetzt Lebende als auch Künftige, mögen wissen, dass eine Frau namens Wichburg, Witwe des Grafen Otwin seligen Andenkens, auf ihrem Besitz eine Kirche des heiligen Märtyrers Georg wieder aufbaute und dort mit Zustimmung ihrer Söhne ein Frauenkloster einrichtete....”
Mit diesen Worten wird die Gründung des ältesten noch bewohnten Klosters in Kärnten festgehalten.
Hildpurg, die Tochter des Grafenpaars und Nonne im Benediktinerstift Nonnberg in Salzburg, wurde zur ersten Äbtissin geweiht. Mit Hildpurg waren noch einige Schwestern von Nonnberg nach Kärnten mitgekommen. Graf Otwin wurde mit seiner Gattin in der Krypta des Klosters beigesetzt und hier verehrt.
Das "adelige Damenstift" von St. Georgen wurde im 12. Jahrhundert reformiert. 1122 wurde das Kloster der Leitung des Abtes Wolfold von Admont unterstellt und von Admonter Chorschwestern bewohnt.Seit den siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts konnte die Admonter Kontrolle beseitigt werden und das Kloster verblieb weiterhin unter Salzburger Oberhoheit.
Im Laufe der Jahrhunderte waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Klosters auch aufgrund der Türkenkriege und der damit verbundenen Besteuerung ein großes Problem. Während der Reformationszeit erlebte die Klostergemeinschaft den absoluten Tiefpunkt. Die Äbtissin Dorothea Rumpf hatte nur mehr zwei Mitschwestern. Verstärkung kam aus dem Kloster Göß, darunter Afra von Staudach (1562), die dem Kloster zu einem neuen Aufschwung verhalf. Der Konvent erreichte 1683 mit 31 Chorfrauen und 16 Laienschwestern den statistischen Höhepunkt. Im Kloster befand sich eine Apotheke und die damit verbundene medizinische Versorgung für die Region, denn das Kloster pflegte jährlich bis zu 500 Kranke. Der schulische Unterricht gehörte zu den wichtigen Aufgaben der Schwestern. Trotzdem wurde das Kloster St. Georgen 1783 aufgehoben und ging mit seinen Gütern an den Religionsfonds.
1788 kaufte Graf Max Thaddäus Egger das ehemalige Kloster um 163.100 Gulden. Für drei Generationen war St. Georgen auch Familiensitz der Grafen Egger. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das „Schloss" für den Tourismus geöffnet.
Im Jahr 1934 erwarb die Mariannhiller Missionskongregation St. Georgen und betreute die umliegenden Pfarren. In der Kriegszeit befand sich hier vorübergehend das Gurker Priesterseminar, bis das Stift 1943 in ein Lazarett umgewandelt wurde. 1948 übernahmen die Mariannhiller das Haus erneut.
1959 kaufte das Bistum Gurk die Liegenschaft St. Georgen und richtete ein bischöfliches Bildungshaus ein. Jahrzehntelang diente das Stift auch als Schulstandort.
Die Kirche
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Georg geweiht, dessen Gedenktag am 23. April gefeiert wird. Der um 280 n. Chr. geboren Georg diente als römischer Offizier unter Kaiser Diokletian. Da er sich öffentlich gegen die einsetzende Christenverfolgung wandte, wurde er in Ketten gelegt und starb den Märtyrertod. Die am meisten bekannte Legende erzählt den "Drachenkampf" des Heiligen.
Die Kloster- und Pfarrkirche wurde auf der Mauersubstanz einer romanischen Vorläuferkirche errichtet.
Das Kircheninnere wird vom mächtigen barocken Hochaltar beherrscht, der kurz vor 1700 entstanden sein dürfte. Das Altarbild stellt den heiligen Georg dar, der sich im Drachenkampf befindet.